Grundlage SVU

 

Die Methode

Als Arbeitsgrundlage für die Erstellung einer verlässlichen und exakten Sichtfeldanalyse wird ein dreidimensionales Computermodell des Untersuchungsraums erstellt. Dieses Modell umfasst dreidimensionale Daten der topographischen Situation, der zu simulierenden Objekte und wesentliche bauliche Dominaten zur räumlichen Orientierung. Im Computer werden die Sichtfelder der Fotografien anhand der GPS Position, der Höheninformation und der Kameraeinstellungen nachgestellt. Das dreidimensionale Computermodell wird mit der Fotografie überlagert und dadurch in Übereinstimmung gebracht. Durch dieses Verfahren kann man sicherstellen, dass der Bildeindruck des digitalen Modells exakt mit dem Bildeindruck der Fotografie übereinstimmt. Das dreidimensionale Modell der zu untersuchenden Objekte kann nun gerechnet und anschließend in die Fotografie eingebunden werden, um den Eindruck zu erzeugen als wäre das Objekt schon in der Realität vorhanden. Mit diesen Simulationen können die visuellen Auswirkungen der Objekte auf den Untersuchungsraum anhand von definierten Kriterien bewertet werden.


 

3D Model Überlagerung


Die ausgewählten Sichtfelder werden im Computer mit dem digitalen Geländemodell (DGM) und dem digitalen

Weiterlesen


 

Der Bildwinkel

Die Wahrnehmungsgrenze eines menschlichen Auges umfasst ca. 80° in der Horizontalen. Die Farbwahrnehmung beginnt bei ca. 70°. Der Sehfokus, also der Bereich des Auges, der scharf sieht, ist auf weniger als 1° begrenzt. Das binokulare Gesichtsfeld, also die Wahrnehmungsgrenze beider Augen zusammen, beträgt beim Erwachsenen bis zu 180° in der Horizontalen und ca. 70° in der Vertikalen. Das subjektive Gesichtsfeld hängt von vielen Parametern ab und kann von Person zu Person variieren, aber auch von verschiedenen Ereignissen oder Umständen abhängen. Für die korrekte Wiedergabe eines Sichtfeldes mit Hilfe der Fotografie ist es wichtig, die physikalischen Gegebenheiten des menschlichen Auges sowie die subjektiven Einflüsse, die auf die Betrachter wirken, zu berücksichtigen. Eine Aufnahme mit einem Betrachtungswinkel von 180° wird keine subjektiv empfundene Betrachtungssituation wiedergeben, da der Wahrnehmungsbereich zwar 180° umfasst, aber an den Rändern keine Mustererkennung mehr möglich ist, sondern lediglich noch Bewegung wahrgenommen wird. Auch wird oft die sogenannte "Normalbrennweite" von Objektiven, die bei 50mm liegt für eine naturgetreue Wiedergabe von Objekten empfohlen. Eine Aufnahme mit 50mm Brennweite entspricht in etwa einem Bildwinkel von 45°. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die Brennweite von 50mm für die Abbildung von Gegenständen und für begrenzte Sichtfelder, beispielweise im innerstädtischen Bereich, ein zufriedenstellendes Ergebnis liefert. Für Sichtfelder mit einem großen Panoramabereich oder einer großen Fernsicht empfindet man die 50mm Brennweite als eher einengend. Der subjektive Bildwinkel von großen Sichtfeldern liegt eher bei niedrigeren Brennweiten hin zu Weitwinkelaufnahmen, also Bildwinkel im Bereich von 70° - 100°


 

Die Sichtfelder

Zur Auswahl geeigneter Sichtfelder wird zunächst die Fläche möglicher Sichtbeziehungen ermittelt. In einem dreidimensionalen Geländemodell werden diejenigen Flächen ausgeschlossen, welche aufgrund rein topografischer Lage keine Sichtlinie zu den Objekten aufweisen. In diesen Bereichen ist eine Sichtbarkeit der Objekte ausgeschlossen. In den verbleibenden Bereichen kann eine mögliche Sichtverbindung bestehen. Diese Sichtverbindung kann allerdings durch Bewuchs oder Bebauung verhindert sein, deshalb werden die Sichtfelder durch eine Begehnung vor Ort sondiert.